Erzählnachmittag über Astrid Lindgren zum Abschluss des Jubiläumsjahres

Die Geschichten hinter „Pippi, Tommy und Annika“

Am 14. November 2017 wäre Astrid Lindgren 110 Jahre alt geworden. Sie war eine begnadete Autorin und Pädagogin. 82 Bücher hat sie geschrieben, und wenn man all ihre Bücher, die in über 90 Sprachen übersetzt wurden, aneinanderlegen würde, würden sie dreimal die Erde umrunden. Das und noch viel mehr wusste Thomas Hoffmeister-Höfener beim Erzählnachmittag der Familienbildung im Heinrich Pesch Haus  „Ein Mädchen aus Smaland“ zum Besten zu geben.

Thomas Hoffmeister-Höfener ist bekannt als Geschichtenerzähler. Zugleich ist er auchAstrid-Lindgren-Fan und guter Kenner ihres Lebens und ihrer Bücher. Rund 100 Kinder und Erwachsene lauschten begeistert, was er über die Kinderbuchautorin zu erzählen hatte. Etwa, dass die Idee zu den Pippi-Langstrumpf-Büchern ursprünglich von ihrer Tochter Karin stammte. Als sie hohes Fieber hatte, wünschte sie sich, dass ihre Mutter ihr eine Geschichte vom Mädchen Pippi erzählt.

Als Kind wies Astrid Lindgren es noch weit von sich, dass sie später einmal Autorin werden könnte. Viel lieber kletterte sich auf alles Mögliche, was nur hoch genug war. Die Geschichten von „Karlsson vom Dach“ finden in dieser Leidenschaft ihren Ursprung.

In ihren Büchern von „Ronja, Michel & Co“ vermittelt Astrid Lindgren ethische Grundwerte wie Nächstenliebe, Armenfürsorge, Gerechtigkeit und Toleranz, sie ermutigt Kinder durch das Vorbild mutiger kleiner Helden, sie eröffnet den Kindern auch in ihrer Einsamkeit und Not, sogar in ihrer Trauer eine Hoffnungsperspektive, und sie träumt in ihren Geschichten den uralten Traum vom Sieg des Guten über das Böse.

Astrid Lindgren hatte nach eigenem Bekunden eine wunderschöne Kindheit. Und das wünschte sie zeitlebens auch allen anderen Kindern weltweit. Die sechsjährigen Zwillinge Maximilian und Benedict hatten denn auch einen Satz des Nachmittags besonders verinnerlicht: „Der Mann hat gesagt, wenn man ordentlich spielt, dann kriegt man auch Löcher in die Hose und das ist ok“, erzählten sie ihrer Mutter.

Parallel zum Erzählnachmittag hatte das Team der Familienbildung für Kinder unter sechs Jahren eine Kinderbetreuung angeboten. Dort bastelten die Kleinen unter Anleitung Steckenpferde aus einem Holzstab und Socken. Die Pferde, die an Pippis „Kleinen Onkel“ erinnerten, dienten am Ende auch für verschiedene Bewegungsspiele.

Zufriedene und lachende Gesichter waren in der Pause und am Ende im Foyer des HPH zu sehen. Ganz so, wie es sich Ulrike Gentner, Leiterin der Familienbildung im HPH, zum Ende des Jubiläumsjahres „10 Jahre Familienbildung im Heinrich Pesch Haus“ wünscht. Die Geschichten von Astrid Lindgren, sagte sie in ihrer Begrüßung, passen sehr gut zum Anliegen der Familienbildung: Sie greifen die Werte auf, die auch die Familienbildung vermittelt, und wecken die Neugierde von Kindern, die elementar ist für das Lernen: „Astrid Lindgren gibt den Kindern eine Sprache, sie gibt ihnen ihre Träume wieder. Sie ermutigt und stärkt sie, damit fördert sie das Vertrauen der Kinder in sich selbst und in diese Welt. Kleine und große Leser ihrer Geschichten sind Besucher einer lebenswerten Welt, und dies gibt uns allen den Mut und die Fantasie zurück, unsere eigene Wirklichkeit freundlicher aussehen zu lassen. Bullerbü liegt nicht nur irgendwo im fernen Schweden – ein Stück Bullerbü ist hier und jetzt möglich.“

Foto © black_shogun/istock.com

brid/ 14.11.2017